ETFs: Synthetisch oder physisch?

Indexfonds bieten für den Anleger zahlreiche Vorteile. Das Ziel von Exchange Traded Funds (ETFs) ist es, die Wertentwicklung eines Index möglichst genau nachzubilden. Der Fonds versucht dabei nicht besser zu sein als der Markt, den er abbildet. Die Nachbildung eines Index kann grundsätzlich auf zwei Arten erfolgen: physisch und synthetisch. Doch was genau steckt eigentlich dahinter? Was der Unterschied zwischen physisch und synthetisch replizierenden ETFs ist und worauf Anleger achten müssen, erklärt dieser Ratgeber.

Inhaltsverzeichnis
1 ETFs: Was ist der Unterschied zwischen physischer und synthetisch Replikation?
2 Physische ETFs
2.1 Was bedeutet ETF-Sampling?
3 Synthetische Replikation von ETFs
3.1 Synthetische ETFs unterliegen einem Kontrahentenrisiko
3.2 Arten von synthetisch replizierenden ETFs
4 Was ist besser – Synthetische oder physische ETFs?
5 Synthetisch oder physisch? ETF-Replikationsmethoden im direkten Vergleich
6 Fazit: Ob physisch oder synthetisch – Hauptsache ETF!

Beitragsfoto: tashatuvango/AdobeStock

Synthetische und physische ETFs auf einen Blick:

  • ETFs können einen Index auf zwei Arten nachbilden: synthetisch oder physisch
  • Synthetische Replikation: ETFs bilden den Index indirekt durch ein Tauschgeschäft nach
  • Physische Replikation: ETFs mit direkter Nachbildung

Grundlegendes über die Funktionsweise von ETFs können Sie in unserem Artikel „Was sind ETFs?“ nachlesen.

ETFs: Was ist der Unterschied zwischen physischer und synthetisch Replikation?

Im Unterschied zur synthetischen Replikation, investiert ein physischer ETF direkt in die Werte, die der Index enthält. Dadurch wird eine reale Nachbildung des zugrundeliegenden Index angestrebt. Bei der synthetischen bzw. indirekten Replikation erfolgt die Indexnachbildung über ein Tauschgeschäft. Vereinfacht gesagt, schließt der ETF einen Vertrag mit einem Finanzinstitut ab, welches im Tausch gegen eine Gebühr die Rendite liefert. Die Rede ist von einem Total-Return-Swap.

Möchten Sie herausfinden, ob es sich um einen synthetischen oder physischen ETF handelt, sollten Sie in das Factsheet des Fonds schauen. Darin sind alle Informationen zum jeweiligen ETF enthalten. Sie finden dort meist den Hinweis „physisch“ oder „synthetisch“ – oft ist auch von direkter oder indirekter Replikation die Rede. – Steffen Grebe, Honorar-Anlageberater // Bafin ID: 80133858

 

Physische ETFs

Ein physisch replizierender ETF bildet den zugrundeliegenden Index eins zu eins ab. Das heißt: Die Gewichtung der Aktien, die der ETF enthält, entspricht der des Index. Bei einer Vollreplikation findet eine 100-prozentige Nachbildung statt. Diese Methode ist zwar besonders transparent, ist allerdings nur für Indizes möglich, die aus einer geringen Anzahl liquider Aktien bestehen (wie beispielweise der DAX). Ist der ETF sehr groß (MSCI World), werden nur bestimmte Aktien gekauft. In diesem Fall spricht man von einer Teilreplikation oder „Sampling“.

Wenn in einem Index Titel ausgetauscht werden, dann muss der Anbieter von physisch replizierenden ETFs die entsprechenden Wertpapiere kaufen bzw. verkaufen.

Was bedeutet ETF-Sampling?

Möchte ein ETF einen Index abbilden, in dem sehr viele oder illiquide Unternehmen enthalten sind, kann eine physische Replikation sehr teuer und aufwendig sein. Deshalb wird beim Sampling der Index nicht mehr originalgetreu abgebildet und nur Werte mit einbezogen, die den größten Einfluss auf den Indexwert haben und gut handelbar sind. Aktien mit einer geringeren Gewichtung werden außen vorgelassen.

Das kann dazu führen, dass sich die ETF-Performance von der des Index unterscheidet – den Unterschied nennt man Tracking Error.

Mit Hilfe mathematischer Modelle wird versucht, die optimale Zusammensetzung der Aktien zu berechnen und damit den Tracking Error möglichst klein zu halten. Wird die Auswahl mittels Optimierungsverfahren getroffen, spricht man auch vom „optimalen Sampling“.

Beim Sampling können Transaktions- und Verwaltungskosten – insbesondere bei großen Indizes – reduziert werden. Durch die ungenauere Abbildung kann es allerdings zu Abweichungen zwischen dem Index- und der ETF-Performance kommen. Dieser Tracking Error stellt ein mögliches Risiko des Samplings dar.

Synthetische Replikation von ETFs

Ein synthetischer ETF bildet den Index nicht originalgetreu nach. Er kann sogar Wertpapiere enthalten, die im Index nicht existieren. Gewinne erzielen die synthetischen ETFs durch Derivate bzw. Swaps (Tauschgeschäfte). Deshalb werden sie auch als Swap-ETFs bezeichnet.

Der Anbieter eines ETFs schließt dabei einen Vertrag mit einem Swap-Partner. In der Praxis ist dies häufig der Mutterkonzern des ETF-Anbieters. Der Partner verpflichtet sich, die Indexrendite inkl. Dividenden zu zahlen. Im Gegenzug erhält der Swap-Kontrahent eine Gebühr (Swap-Gebühr) und die Rendite der Wertpapiere im Portfolio.

Die Gelder der Anleger sind in einem Wertpapierkorb investiert, der als Sicherheit für das Swap-Geschäft dient. Die Swaps werden nicht an der Börse gehandelt, weshalb die Gebühren für den Anleger nicht immer nachvollziehbar sind. Da die Verträge ausschließlich mit den Partnern ausgehandelt werden, können hohe Kosten entstehen.

Synthetische ETFs unterliegen einem Kontrahentenrisiko

Da ein synthetischer ETF davon abhängig ist, dass der Partner (= Kontrahent) seinen Verpflichtungen nachkommt, besteht ein Kontrahentenrisiko. Sobald der Swap-Partner den Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen und die Rendite nicht mehr liefern kann, muss der Anbieter auf den Sicherheitenkorb zurückgreifen. Im schlimmsten Fall müssen Anleger einen Verlust verzeichnen.

Aus diesem Grund ist das Kontrahentenrisiko in der EU durch die OGAW-Richtlinie (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere) gesetzlich begrenzt. Bei vielen ETFs finden Sie auch die englische Abkürzung UCITS. Die Richtline schreibt vor, dass der Umfang des Swap-Geschäftes bei einem ETF nicht mehr als 10 % des Fondsvolumen betragen darf. Die restlichen 90 % sind durch Sicherheiten abzudecken, die bei einem Zahlungsausfall an die Anleger ausgezahlt werden können. In der Realität beträgt der Anteil der Sicherheiten häufig aber deutlich mehr als 90 %.

Arten von synthetisch replizierenden ETFs

 

 

 

Ob Sicherheiten innerhalb oder außerhalb des Fondsvermögen gehalten werden, beeinflusst im Insolvenzfall die Liquidationszeit der Sicherheiten. Im Hinblick auf die Hinterlegung von Sicherheiten, kann man bei ETFs mit synthetischer Replikation zwischen Unfunded Swaps und Funded Swaps – also ungedeckten und gedeckten Swaps – unterscheiden. Bei einem Unfunded Swap hält der ETF seine Sicherheiten selbst. Dabei kauft der ETF einen vom Kontrahenten definierten Wertpapierkorb als ein Bestandteil des Fondsvermögen. Dieser fungiert als Sicherheit und kann im Falle einer Insolvenz ohne Zeitverzögerung liquidiert werden. Dagegen wird bei einem Funded Swap die Liquidität gegen die Wertentwicklung des Index-Wertentwicklung getauscht. Die Gelder der Anleger werden dazu für die Zeit des Tauschgeschäftes an den Kontrahenten übertragen. Ist der ETF rechtlicher Eigentümer der Sicherheiten, kann die Liquidation in der Regel schnell vollzogen werden. Besteht nur ein Pfandrecht, muss der Anspruch zunächst eingefordert werden, was einige Zeit beanspruchen kann. – Steffen Grebe, Honorar-Anlageberater // Bafin ID: 80138885

Was ist besser – Synthetische oder physische ETFs?

Physische vs. synthetische ETFs – was ist besser? Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. In der Regel haben die Replikationsmethoden wenig Einfluss auf die Performance des ETF, weshalb Sie als Anleger in diesem Sinne nicht viel falsch machen können. Da sie den Index 1:1 abbilden und gerade für Anfänger einfach nachzuvollziehen sind, sind physisch replizierende ETFs eine gute Wahl. Wer aber in Nischenmärkte investieren möchte, kommt an den Swap-ETFs nicht vorbei. Bei den synthetisch replizierenden ETFs besteht allerdings ein gewisses Kontrahentenrisiko. ETFs und die Trägerportfolios gehören in Deutschland zum Sondervermögen – die ausstehenden Swap-Differenzen jedoch nicht. Das heißt: Sie könnten im schlimmsten Fall Ihre Renditen verlieren. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit dazu eher gering ist, sollten Sie immer prüfen, welche Sicherheiten bei einem ETF hinterlegt sind. – Davor Horvat, Honorar-Anlageberater // Bafin ID: 10138885

Synthetisch oder physisch? ETF-Replikationsmethoden im direkten Vergleich

Physische ReplikationSynthetische Replikation
Basiswert100 % Replikation oder Teilreplikation durch SamplingSwap-basiert mittels Tauschgeschäft
AusschüttungAusschüttend oder thesaurierendÜberwiegend thesaurierend
IndexgrößeKlein oder großKlein bis groß
Vorteile
  • Aktien sind tatsächlich im Fondsvolumen vorhanden
  • Nachvollziehbarkeit für Anleger
  • Anleger können an schwer erreichbaren Märkten teilnehmen
Nachteile
  • Vollreplikationen können nur kleine Indizes oder solche mit mehrheitlich liquiden Unternehmen replizieren
  • Aufgrund der exakten Nachbildung ist die physische Replikation aufwendiger
  • Dabei fallen auch mehr Gebühren an
  • Bei der Teilreplikation gibt es automatisch kleinere Abweichungen zum Index (Tracking Error)
  • Niedrigere Transparenz und oft schwer nachzuvollziehen
  • Zusätzliches Kontrahentenrisiko

Fazit: Ob physisch oder synthetisch – Hauptsache ETF!

Ein großer Vorteil von physischen ETFs ist ihre Transparenz. Anleger wissen genau, in was sie investieren. Allerdings ist diese Replikationsmethode nicht für alle Indizes geeignet – wenig liquide Märkte lassen sich nur schlecht nachbilden. Dagegen können synthetisch replizierende ETFs jeden Index bzw. Markt abbilden. Im Unterschied zu physischen ETFs besteht bei den synthetischen ETFs allerdings ein Kontrahentenrisiko. Dieses Risiko ist aber gesetzlich reguliert.

Sind also synthetische oder physische ETFs besser? Angesichts des Ausfallrisikos macht es keinen großen Unterschied, ob der Index synthetisch oder physisch abgebildet wird. Wer das Kontrahentenrisiko dennoch umgehen möchte, sollte physisch replizierende ETFs bevorzugen. Alle ETFs zeichnen sich durch ihre hohe Sicherheit, Diversifikation und Kosteneffizienz aus, wodurch für Anleger nur ein geringes Risiko besteht.

Schlussendlich entscheiden Sie selbst, ob Sie lieber in Swap-ETFs oder physische ETFs investieren möchten. Benötigen Sie Hilfe bei der Auswahl von ETFs, können Sie sich an uns einen wenden. Mit unserer jahrelangen Expertise in der Anlageberatung stehen wir Ihnen bei allen Entscheidungen zur Seite.

Sie möchten mehr über die Sicherheit von ETFs erfahren? Lesen Sie dazu unseren Ratgeber „Sind ETFs sicher?“.

Livestream jetzt abrufbar: ETF – die smarte Geldanlage für den Schwaben

Anlegern fällt es im jetzigen Zinsumfeld zunehmend schwer eine positive Rendite nach Inflation und möglichen Negativzinsen zu erzielen. Altbekannte Anlageprodukte wie Sparen auf dem Konto, Tagesgeld, Sparbuch, Renten- und Lebensversicherung, Bausparverträge, etc. eignen sich nicht zum Aufbau der Altersversorgung. Gerade jetzt ist ein Umdenken für jeden langfristig orientierten Anleger notwendig. Die Zeit ist reif für eine unabhängige Anlageberatung und die Nutzung von kosteneffizienten Anlagelösungen. Warum dabei das ETF (= Exchange Traded Funds) einen wesentlichen Baustein darstellt erfahren Sie hier.

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Wichtige Fragen für den langfristigen Anleger

Ganz gleich, ob Sie schon seit Jahrzehnten Anleger sind oder noch am Anfang stehen – an einem bestimmten Punkt Ihrer Investment-Laufbahn werden Sie sich wahrscheinlich einige der untenstehenden Fragen stellen. 

Die Beantwortung dieser Fragen soll Sie nicht einschüchtern, denn als Anleger sind Sie nicht alleine. Ihr Finanzberater steht Ihnen unterstützend zur Seite. Die Fragenliste stellt keine vollständige Übersicht dar, dennoch wird sie hoffentlich anhand fundierter Grundprinzipien verdeutlichen, wie Anleger ihre Chancen auf eine positive Anlageerfahrung langfristig erhöhen können.

1. Auf welche Art des Wettbewerbs muss ich mich als Anleger einstellen?

Märkte verarbeiten Informationen auf effektive Weise. Jeden Tag kaufen und verkaufen Marktteilnehmer Millionen von Wertpapieren an den globalen Finanzmärkten. Die so laufend generierten Echtzeitinformationen tragen dazu bei, Wertpapierpreise festzulegen. Daher herrscht ein harter Wettbewerb, und für jeden – selbst für professionelle Vermögensverwalter – ist es schwierig, die Marktpreise vorherzusagen (siehe Frage 2 für nähere Informationen). Für Anleger ist dies jedoch eine gute Nachricht. Anstatt ihre Investmentstrategie darauf aufzubauen, „falsch“ bepreiste Wertpapiere zu finden, können Anleger stattdessen den in den Marktpreisen enthaltenen Informationen vertrauen, um ihre Portfolios aufzubauen (siehe Frage 5 für nähere Informationen).

2. Wie hoch sind meine Chancen, einen Investmentfonds auszuwählen, der langfristig besteht und sich überdurchschnittlich entwickelt?

Werfen Sie eine Münze und die Wahrscheinlichkeit auf Kopf oder Zahl steht bei 50:50. Ungefähr genauso stehen die Chancen, einen Investmentfond auszuwählen, der auch noch in 20 Jahren besteht. Sogar schlechter stehen die Chancen, eine überdurchschnittliche Wertentwicklung zu erleben. Globale Märkte verarbeiten neue Informationen innerhalb weniger Sekunden. Dies macht es für Fondsmanager schwierig, andere Marktteilnehmer zu übertreffen. Sehen Sie sich hierzu die tatsächlichen Ergebnisse an. Die Forschung verdeutlicht,1 dass nur 22% aller US-amerikanischen Aktienfonds und 10% aller Anleihenfonds überlebt und ihre Benchmark über den vergangenen 20-Jahreszeitraum übertroffen haben.

Performance von US-amerikanischen Investmentfonds

2000–2019

Es gibt keine Garantie, dass Investitionsstrategien erfolgreich sein werden. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit stellt keine Garantie für zukünftige Entwicklungen dar.

3. Wird sich ein Fonds, der in der Vergangenheit eine starke Wertentwicklung gezeigt hat, auch in Zukunft positiv entwickeln?

Einige Anleger wählen Investmentfonds auf Grund vergangener Renditen aus. Wissenschaftliche Erkenntnisse haben jedoch gezeigt, dass die meisten Fonds im oberen Rendite-Quartil (top 25%) der letzten fünf Jahre diese Position für die darauffolgende Fünf-Jahres-Rendite nicht halten konnten. Mit anderen Worten: Die vergangene Wertentwicklung bietet wenig Einblick in zukünftige Renditen eines Fonds.

Prozentsatz der hochrangigsten US-Investmentfonds, die an der Spitze blieben

Es gibt keine Garantie, dass Investitionsstrategien erfolgreich sein werden. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit stellt keine Garantie für zukünftige Entwicklungen dar.

4. Muss ich den Markt überlisten, um als Anleger erfolgreich zu sein?

Kapitalmärkte haben langfristig investierende Anleger belohnt. Anleger erwarten für das von ihnen investierte Kapital eine positive Rendite und historisch gesehen haben Aktien- und Anleihenmärkte ein starkes Vermögenswachstum erzielt, welches die Inflation deutlich übertroffen hat. Lassen Sie die Märkte für sich arbeiten, anstatt sie zu bekämpfen.

Wertwachstum eines Euros

1975–2019 (Monatliche Verzinsung)

Die Grafik dient nur zu Illustrationszwecken, die darin enthaltenen Informationen sind hypothetisch und stellen kein tatsächliches Investment dar. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit stellt keine Garantie für zukünftige Entwicklungen dar.

5. Gibt es einen besseren Weg ein Portfolio zu gestalten?

Die akademische Forschung hat jene Dimensionen für Aktien und Anleihen identifiziert, die auf Renditeunterschiede hinweisen. Anstatt die Marktpreise vorhersagen zu wollen, können Anleger höhere erwartete Renditen erzielen, indem sie ihre Portfolios anhand dieser Dimensionen strukturieren.

Dimensionen erwarteter Renditen

6. Ist internationales Investieren für den Anleger sinnvoll

Eine breite Streuung hilft Ihnen dabei, Risiken Ihrer Geldanlage deutlich zu reduzieren. Eine Diversifikation nur in Ihrem Heimatmarkt ist jedoch nicht genug. Stattdessen können Sie durch eine globale Diversifikation Ihr Anlageuniversum deutlich erweitern. Mit einem global diversifizierten Portfolio sind Anleger gut positioniert, Renditen zu erzielen, wo auch immer sie auftreten.

7. Kann ich meinen Anlageerfolg steigern, indem ich mein Portfolio häufig neu strukturiere?

Es ist schwer – wenn nicht gar unmöglich – vorherzusagen, welche Marktsegmente sich wann überdurchschnittlich entwickeln werden.

Daher sollten Sie marktbezogene Kaufentscheidungen und weitere unnötige Änderungen, die kostspielig sind, vermeiden. Wenn Sie sich bei langfristigen Anlageentscheidungen von Ihren Emotionen oder Meinungen über kurzfristige Marktbedingungen beeinflussen lassen, können die Ergebnisse enttäuschend ausfallen.

Jahresrendite für Marktindizes

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit stellt keine Garantie für zukünftige Entwicklungen dar.

8. Können meine Emotionen meine Anlageentscheidungen beeinflussen?

Viele Menschen haben Schwierigkeiten, ihre Emotionen vom Investieren zu trennen. Die Märkte gehen auf und ab. Die Reaktion auf die aktuellen Marktbedingungen kann zu schlechten Investitionsentscheidungen führen.

Vermeiden Sie reaktives Investieren

9. Sollte ich aufgrund von Neuigkeiten in den Medien Änderungen an meinem Portfolio vornehmen?

Tägliche Marktnachrichten und Kommentare können Ihre Anlagestrategie auf die Probe stellen. Einige Meldungen können Angst über zukünftige Entwicklungen schüren, während andere Sie mit Versprechen auf mühelose Gewinne locken. Wenn die Schlagzeilen beunruhigend sind, berücksichtigen Sie die Quelle und denken Sie an Ihr langfristiges Anlageziel.

10. Was ist also sinnvoll zu tun?

Arbeiten Sie eng mit einem Finanzberater zusammen, der Ihnen einen individuellen Plan erstellt, der an Ihre persönlichen und finanziellen Bedürfnisse angepasst ist. Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie steuern können und erleben Sie eine bessere Investmenterfahrung.

  • Erstellen Sie einen Investmentplan, der zu Ihren Bedürfnissen und Ihrer Risikobereitschaft passt.
  • Strukturieren Sie ein Portfolio entlang der Dimensionen höher erwarteter Renditen.
  • Diversifizieren Sie global.
  • Achten Sie auf Kosten, Kapitalumschlag und Steuern.
  • Bleiben Sie trotz Markteinbrüchen und Marktschwankungen diszipliniert.

Sieben Anleger-Regeln für 2021

 

„Wer das Spiel von der Seitenlinie beobachtet, kann es nicht gewinnen“. Damit uns das nächstes Jahr nicht wieder passiert, sollten wir uns an die Grundregeln des erfolgreichen Investierens halten.

John Bogle, der Urvater und Pionier der Indexfonds hat deshalb diese 7 Anleger-Regeln für Indexinvestoren definiert:

1. Sie müssen investieren
Das größte Risiko, mit dem sich Investoren konfrontiert sehen, ist nicht kurzfristige Volatilität, sondern vielmehr die Gefahr, keine ausreichende Rendite auf ihr Kapital zu erwirtschaften, während es sich anhäuft.

2. Die Zeit ist Ihr Freund
Zu investieren, ist eine vortreffliche Gewohnheit, mit der man am besten früh beginnt. Genießen Sie die Magie des Zinseszinses. Selbst moderate Investitionen in den frühen Zwanzigern können erstaunliche Höhen erreichen, wenn man ein ganzes Leben Zeit hat.

3. Der Impuls ist Ihr Feind
Emotionen haben in einer Anlagestrategie nichts verloren. Haben Sie rationale Erwartungen an zukünftige Renditen, und ändern Sie diese nicht aufgrund vorübergehender Launen und Gerüchten der Wall Street. Vermeiden Sie es, nach augenscheinlich „einmaligen Einsichten” zu handeln, die in Wirklichkeit Millionen andere auch haben.

4. Grundlegende Mathematik hilft
Die Netto-Rendite Ihres Portfolios ist schlicht die Brutto-Rendite abzüglich der Kosten, die Sie verursachen, oder die Ihnen verursacht werden. Halten Sie Ihre Investmentkosten niedrig. Denn das Joch der Kosten kann das Wunder des Zinseszinses leicht zerstören.

5. Halten Sie es einfach
Grundlegendes Investieren ist einfach – nämlich eine Balance zwischen Aktien, Anleihen und Bargeld-Reserven; eine diversifizierte Auswahl von durchschnittlichen und hochwertigen Wertpapieren; ein Kompromiss zwischen Risiko, Rendite und (wie zuvor) Kosten.

6. Vergessen Sie niemals die Rückkehr zum Mittelwert
Die starke Performance eines Investmentfonds wird sehr wahrscheinlich zum Aktienmarkt-Durchschnitt zurückkehren – und oft sogar noch darunter. Denken Sie an den biblischen Spruch „So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten.” (Matthäus 19,30).

7. Halten Sie den Kurs
Ganz egal, was an den Märkten passiert, bleiben Sie bei Ihrer Anlagestrategie. Die Strategie zur falschen Zeit zu wechseln, kann der fatalste Fehler sein, den Sie als Anleger je machen werden. (Fragen Sie einfach Investoren, die einen signifikanten Anteil ihres Portfolios in Bargeld verwandelt haben, als die Krise ihren Höhepunkt erreicht hat, nur um dann den bisher achtjährigen Bullenmarkt ganz oder teilweise zu verpassen …) „Halten Sie den Kurs”, das ist der wichtigste Rat, den ich Ihnen geben kann.

Bafin klärt auf: Wann darf sich ein Anlageberater „unabhängig“ nennen?

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Deutschlandweit dürfen nur 17 Wertpapierdienstleister eine „unabhängige Honoraranlageberatung“ anbieten. Aber wie weit reicht dieser Bezeichnungsschutz eigentlich? Kann eine Bank zum Beispiel behaupten, ihre Kunden „unabhängig“ zu beraten? FONDS professionell ONLINE hat bei der BaLn nachgefragt.

Das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) ist eindeutig: Bezeichnungen wie „Unabhängiger Honoraranlageberater“ darf nach Paragraf 94 WpHG nur führen, wer einen Eintrag im entsprechenden
Register der BaLn führt. Die Voraussetzungen dafür sind durchaus streng, unter anderem dürfen keine Provisionen einbehalten werden.

Aktuell sind im Register darum nur 17 Institute zu Lnden, darunter einige Vermögensverwalter, die Quirin Privatbank und Haftungsdächer wie NFS Netfonds, DWPT Deutsche Wertpapiertreuhand oder Honorarfinanz. Der Schutz gilt auch für „abweichende Schreibweisen“ oder eine „Bezeichnung, in der diese Wörter enthalten sind“, wie es im Gesetz heißt.

Doch darf eine Bank beispielsweise behaupten, ihre Kunden „unabhängig“ zu Wertpapieren zu beraten, obwohl sie nicht im Honorarberater-Register eingetragen ist? Darüber wird in der Branche mitunter lebhaft diskutiert, ist die „Unabhängigkeit“ doch ein werbewirksames Argument in der Kundenansprache.

Verstoß gegen die Wohlverhaltenspflichten
Die Antwort der Finanzaufsicht auf eine entsprechende Anfrage von FONDS professionell ONLINE fällt eindeutig aus: „Wertpapierdienstleistungsunternehmen dürfen sich – außerhalb des Anwendungsbereichs des Paragrafen 94 WpHG – nicht als ‚unabhängig‘ bezeichnen beziehungsweise ‚unabhängige‘ Beratung anbieten, wenn dieser Umstand tatsächlich nicht zutrifft“, so eine BaLn-Sprecherin.

Bezeichne sich ein Institut dennoch als „unabhängig“, verstoße es damit gegen die Wohlverhaltenspbichten (§ 63 Abs. 6 Satz 1 WpHG). Dort heißt es: „Alle Informationen, die Wertpapierdienstleistungsunternehmen Kunden zugänglich machen, einschließlich Marketingmitteilungen, müssen redlich und eindeutig sein und dürfen nicht irreführend sein.“ Verstöße kämen vereinzelt, aber nicht häuLg oder systematisch vor, berichtet die BaLn. „Wir gehen diesen nach“, betont die Sprecherin.

Andere Regeln für gewerbliche Finanzberater
Philipp Mertens, Partner der Düsseldorfer Kanzlei BMS Rechtsanwälte, verweist darauf, dass Wertpapierdienstleister ihre Kunden vor der Anlageberatung informieren müssen, ob sie eine „unabhängige“ Beratung anbieten oder nicht. „Für gewerbliche Finanzberater gibt es diese Pficht interessanterweise nicht“, sagt er. „Sie müssen lediglich offenlegen, ob sie als Finanzanlagenvermittler oder als Honorar-Finanzanlagenberater tätig sind. Das Wort ‚unabhängig‘ spielt keine Rolle.“ (bm)

Zum Artikel geht es hier

 

Top 100 – Finanzberater in 2019 & 2020

„Ich freue mich über die Auszeichnung“

Steffen Grebhe - Urkunde Top 100 "Finanzberater des Jahres 2020"

Steffen Grebe – Urkunde Top 100 „Finanzberater des Jahres 2020

– seit 1991 bin ich in der Finanzbrache tätig. Nach einer klassischen Bankausbildung habe ich mich Nebenberuflich zum Bankfachwirt (IHK) und Betriebswirt (VWA) weitergebildet. Beruflich war ich Kundenberater bei verschiedenen Banken im Raum Heilbronn & Stuttgart tätig und habe mich bis zum Prokuristen weiterentwickelt. Damit ich Verbraucher völlig unabhängig und frei von Vorgaben beraten kann, habe ich mich im Jahre 2016 selbständig gemacht.

Die Erfahrung in der Finanzbranche, regelmäßige Fort- und Weiterbildung und das nötige Expertenwissen, um für meine Mandanten leistungsstarke und individuell zugeschnittene Geldanlagekonzepten zu entwickeln, haben mich beim Finanzberater-Test der €URO und der €URO am Sonntag unter die Top 100 Finanzberater in Deutschland in 2019 & 2020 gebracht.

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Top 100 – Finanzberater in 2019 & 2020

„Ich freue mich über die Auszeichnung“

– Über 26 Jahre Erfahrung in der Finanzbranche, regelmäßige Fort- und Weiterbildung und das nötige Expertenwissen, um für meine Mandanten leistungsstarke und individuell zugeschnittene Geldanlagekonzepten zu entwickeln, haben mich beim Finanzberater-Test der €URO und der €URO am Sonntag unter die Top 100 Finanzberater in Deutschland gebracht.

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Wir wirken sich Währungsrenditen auf meine internationalen Investments aus?

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Viele Anleger verfolgen beim Portfolioaufbau einen globalen Ansatz, um ihre Investmentziele zu erreichen. Mit den möglichen Vorteilen eines breiteren Spektrums an Investmentmöglichkeiten geht ein Währungsrisiko ausländischer Währungen einher. Währungsrenditen können schwanken und dadurch Gewinner und Verlierer hervorbringen. Obwohl es kaum Belege dafür gibt, dass Währungsschwankungen vorhersehbar sind, möchten Investoren dennoch wissen, ob sie ihr Währungsrisiko absichern sollen.

Zu diesem Zweck ist es hilfreich zu prüfen, inwiefern Währungsrisiken mit den Anlagezielen eines Anlegers vereinbar sind. Einige Anleger möchten Wechselkursrisiken beispielsweise aufgrund der Volatilität von Währungsrenditen absichern. Bei internationalen Aktien reduziert die Wechselkursabsicherung jedoch nicht zwangsläufig die Volatilität des Portfolios, da Aktien generell volatiler als Währungen sind. Für festverzinsliche Wertpapiere hingegen ist die Währungsabsicherung ein effektives Mittel zur Verminderung der Volatilität eines Portfolios.

Dieser Artikel befasst sich mit den Auswirkungen von Währungsschwankungen auf globale Aktien- und Anleihenportfolios aus Sicht eines Anlegers in der Eurozone und erörtert die grundlegenden Fragen der Wechselkursabsicherung.

WÄHRUNGSRENDITEN

Für Anleger mit nicht gegen Wechselkursschwankungen abgesicherten internationalen Investments wirkt sich die Währungsschwankung bei einem Anstieg der Heimatwährung negativ, bei einer Abwertung hingegen positiv auf die Rendite aus.

In 2018 hatte die Schwächung des Euros, gegenüber der Stärkung der Nicht-Euro-Währungen, einen positiven Einfluss auf die Renditen für Euro Anleger mit Beteiligungen in nicht wechselkursabgesicherten Nicht-Euro-Assets, und trug 2.8% zu den Renditen bei, gemessen an der Differenz der Renditen des MSCI All Country World IMI Index in lokalen Renditen ggü. EUR.

Währungsschwankungen beeinflussten die Renditen der Euro-Anleger in ungefähr gleichbleibender Frequenz zwischen dem positiven und negativen Bereich und waren in etwa der Hälfte aller untersuchten Jahre positiv (10 von 20 Jahren), gemessen an der Differenz zwischen dem MSCI All Country World IMI Index in Regionalwährung ggü. EUR. In diesen Jahren hätte die Währungsabsicherung die Renditen eines Anlegers der Eurozone verringert. Zudem waren die Währungsrenditen über diesen Zeitraum statistisch nicht von Null verschieden. Für Anleger bedeutet dies, dass Währungsrenditen zwar über einen kürzeren Zeitraum schwanken können, aber längerfristig nicht zu Unterschieden in erwarteten Renditen führen. 

REDUZIERT WECHSELKURSABSICHERUNG DIE VOLATILITÄT?

Aktien

Oft möchten Anleger ihr Währungsrisiko absichern, um so die Volatilität der Renditen zu verringern. Für einen Anleger mit einem internationalen Aktienportfolio kann die Wechselkursabsicherung die Volatilität der Rendite meist nicht erheblich verringern, wie Abbildung 1 zeigt. Aktien sind in der Regel volatiler als Währungen. Die Volatilität eines nicht gegen Wechselkursschwankungen abgesicherten internationalen Aktienportfolios wird daher üblicherweise von der Volatilität der zugrundeliegenden Aktien dominiert, nicht von Währungsschwankungen.

Anleihen

Für internationale festverzinsliche Wertpapiere hingegen ist die Wechselkursabsicherung ein effektives Mittel zur Verminderung der Volatilität eines Portfolios. Währungsrenditen sind volatiler als die Renditen festverzinslicher Wertpapiere hoher Bonität. Ohne eine Absicherung gegen Währungsschwankungen dominiert die Volatilität der Währungen daher die Volatilität eines Portfolios festverzinslicher Wertpapiere. Wie aus Abbildung 2 hervorgeht, ist die annualisierte Volatilität des abgesicherten Index (1,00%) wesentlich geringer als diejenige des nicht abgesicherten Index (6,31%).

FAZIT FÜR ANLEGER

Bei Anlegern mit internationalen Portfolios richtet sich die Rendite nach der Wertentwicklung der Anlage aus dem Ausland und der Währungsrendite. Dennoch suggerieren wissenschaftliche Forschungsergebnisse, dass Währungsschwankungen auf kurz- bis mittelfristige Sicht gesehen, sehr schwer vorherzusehen sind und kein verlässliches Maß für Investmententscheidungen sein sollten.

Sollte sich ein Anleger mit einem internationalen Portfolio vor Währungsschwankungen absichern? Die Antwort hängt von den Zielen des Investors und dem zugrundeliegenden Vermögenswert ab. Bei internationalen Aktien zeigen unsere Forschungsergebnisse, dass die Wechselkursabsicherung die Volatilität des Portfolios nicht erheblich verringert. Bei Anlegern mit festverzinslichen Investment-Grade- Anleihen kann die Kursabsicherung hingegen wirksam zur Verringerung der Volatilität der Renditen beitragen.

 GLOSSARY

Wechselkursabsicherung: Etablierung einer Position, die das Risiko, welches mit einer bestehenden Währungsposition einhergeht, mildert oder reduziert.

Terminkontrakt: Eine Vereinbarung zum Kauf oder Verkauf einer Anlage zu einem bestimmten Preis in der Zukunft.

Marktkapitalisierung: Der gesamte Marktwert der umlaufenden Aktien eines Unternehmens, berechnet als Preis multipliziert mit der Anzahl der umlaufenden Aktien.

Standardabweichung: Eine Messgröße für die Variation bzw. Verteilung der Werte in einem Datensatz. Standardabweichungen werden oft zur Quantifizierung der Volatilität der historischen Renditen eines Wertpapiers oder Portfolios verwendet.

Volatilität: Eine statistische Messgröße für die Verteilung bzw. Varianz der Renditen eines bestimmten Wertpapiers oder Portfolios. Die Volatilität wird oft mithilfe der Standardabweichung gemessen.

Marktbericht 2018

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Marktbericht 2018

Nachdem im Jahr 2017 starke Renditen verzeichnet wurden, lieferten die weltweiten Kapitalmärkte 2018 negative Renditen in Euro. In den Nachrichten waren im Jahresverlauf häufig Berichte über das globale Wirtschaftswachstum, die Unternehmensgewinne, das Rekordtief bei der Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten, die Implementierung des Brexit, die US-amerikanischen Handelskriege mit China und anderen Ländern, sowie einer sich abflachenden Zinsstrukturkurve der US-Staatsanleihen zu lesen. Die weltweiten Aktienmärkte erzielten bis September positive Renditen, gefolgt von einem Rückgang im vierten Quartal, was dazu führte, dass der S&P 500 Index eine Jahresrendite von 0,4% erzielte und der MSCI All Country World Index eine Rendite von -4,9% verzeichnete.

Aufgrund des Rückgangs der Aktienkurse im vierten Quartal stellen sich zahlreiche Anleger die Frage, wie sich Aktien wohl in nächster Zeit entwickeln werden. Einbrüche auf dem Aktienmarkt von 10% gab es in der Vergangenheit bereits häufig. Der S&P 500 Index verzeichnete im vierten Quartal eine Rendite von -12,1%, während der MSCI All Country World Index eine Rendite von -11,4% erzielte. In den 12 Monaten nach Kursrückgängen von 10% oder mehr lagen die Aktienrenditen der US-Märkte durchschnittlich in 70% 71% der Zeit im positiven Bereich, in anderen entwickelten Märkten war in 72% der Zeit eine positive Entwicklung zu verzeichnen.

Abbildung 1 stellt einige der bedeutendsten Schlagzeilen des Jahres 2018 im Kontext der Wertentwicklung der weltweiten Aktienmärkte dar, gemessen am MSCI All Country World Index (IMI). Diese Schlagzeilen werden nicht zitiert, um Marktrenditen zu erklären. Vielmehr sollen sie daran erinnern, Tagesereignisse mit einer langfristigen Perspektive zu betrachten und es zu vermeiden, Anlageentscheidungen ausschließlich aufgrund der Nachrichtenlage zu treffen.

Marktvolatilität

Abbildung 2 zeigt die Wertentwicklung der Märkte nach Kursrückgängen von 10%, 20% und 30%. Für jede Rückgangsschwelle werden die Renditen für US-amerikanische Large Cap Aktien, Large Cap Aktien aus entwickelten Märkten außerhalb der Vereinigten Staaten und Large Cap Aktien aus den Schwellenmärkten im darauffolgenden 12-Monatszeitraum gezeigt. Obwohl Marktrückgänge Anlegern Anlass zur Sorge bereiten, liefern die Daten Belege dafür, dass die Märkte nach einem Kursrückgang im Allgemeinen wieder positive Renditen erwirtschaften.

Die höhere Marktvolatilität im vierten Quartal 2018 unterstreicht die Bedeutung einer Anlagestrategie, die auf Diversifikation und Disziplin anstelle von Vorhersagen und zeitlicher Abstimmung basiert. Damit Anleger Marktentwicklungen zuverlässig vorhersagen können, müssen sie Zukunftsereignisse exakter vorhersehen können als alle anderen Marktteilnehmer und zudem eine klare Vorstellung davon haben, wie andere Marktteilnehmer auf diese Zukunftsereignisse reagieren werden.

Es liegen wenige Hinweise darauf vor, dass sich eines dieser Ziele durchgängig erreichen lässt. Anstatt zu versuchen, die Marktpreise vorherzusehen, sollten sich Anleger darauf zurückbesinnen, dass relevante Informationen rasch in die Marktpreise integriert werden. Diese Informationen werden in den erwarteten Renditen widergespiegelt.

Wir haben zwar keine Kontrolle über die Märkte, doch können wir kontrollieren, wie wir investieren. Der Co-CEO von Dimensional, Dave Butler, pflegt es so auszudrücken: „Kontrolliere, was du kontrollieren kannst.“

WELTWIRTSCHAFT

2018 wuchs die Weltwirtschaft weiter an. Dabei fanden sich 44 der 45 von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beobachteten Länder auf Wachstumskurs. Argentinien war das einzige Land, bei dem ein Schrumpfen der Wirtschaft erwartet wurde.[1] Zwar können Marktteilnehmer die wirtschaftliche Perspektive einer Region in Betracht ziehen. Anleger sollten jedoch bedenken, dass diese nur eine der vielen Aspekte ist, die die tatsächliche Wertentwicklung des Marktes bestimmen.

[1] OECD Real GDP Forecast, 2019. Zugriff am 4. Jan. 2019
https://data.oecd.org/gdp/real-gdp-forecast.htm#indicator-chart

MARKTPERSPEKTIVE 2018

Höhepunkte des Aktienmarkts
Der weltweite Aktienmarkt verzeichnete in 2018 mit einer breiten Länderstreuung, gemessen am MSCI All Country World Index, eine Gesamtrendite von -4,9%.

Im Allgemeinen haben sich US-Aktien gegenüber anderen entwickelten Märkten überdurchschnittlich entwickelt, obwohl sie manchen entwickelten Märkten und Schwellenmärkten im vierten Quartal hinterherhinkten. Der S&P 500 Index verzeichnete für das Jahr eine Gesamtrendite von 0.4% und erzielte im vierten Quartal eine Rendite von -12,1%.

Die Renditen in anderen entwickelten Aktienmärkten waren beinahe alle negativ. Der MSCI World ex USA Index, der die entwickelten Märkte außerhalb der Vereinigten Staaten abbildet, entwickelte sich für das Jahr -9,8% abwärts und verzeichnete eine Rendite von -11,4% im vierten Quartal. Der MSCI Emerging Markets Index fiel um -10,3% und die Rendite im vierten Quartal betrug -6,0%. US-amerikanische Small Cap Aktien, gemessen am Russell 2000 Index verzeichneten 2018 eine Rendite von -6,5%.

Auswirkungen globaler Diversifikation

Zwar lieferten die Märkte weltweit im Allgemeinen negative Renditen im vierten Quartal, doch die Verteilung der Renditen betont die Bedeutung einer globalen Diversifikation während eines Marktrückgangs. Der MSCI All Country World Index (IMI) übertraf den MSCI Europe Index (IMI) um mehr als 5% für das Jahr (-5,6% gegenüber -11,3%).

Auf Länderebene fielen die Renditen in 41 von 47 Ländern negativ aus. Gemessen am MSCI All Country World Index (IMI) wiesen unter den entwickelten Märkten zwei Länder positive Renditen auf, unter den Schwellenmärkten erreichten vier eine positive Rendite. Wie üblich variierten Renditen auf Länderebene signifikant. In den entwickelten Märkten reichten die Renditen von -20,3% in Belgien bis 5,0% in Neuseeland. In den Schwellenmärkten reichten die Renditen von -38,4% in der Türkei bis 33,5% in Katar, was eine Spanne von mehr als 70% ausmacht. Hohe Renditeunterschiede zwischen Ländern sind häufig, wobei in den Schwellenmärkten der letzten 20 Jahre die durchschnittliche Spanne bei 92% lag.[1] Da es kein zuverlässiges Verfahren gibt um vorherzusagen, welches Land die höchsten Renditen erzielen wird, verdeutlichen diese hohen Renditeunterschiede zwischen den Ländern mit der besten und schlechtesten Wertentwicklung erneut, wie wichtig es ist, bei weltweiten Investments kontinuierlich einen diversifizierten Ansatz zu verfolgen.

Israel ist ein gutes Beispiel dafür, wie schwer es ist, die Rendite einzelner Länder von Jahr zu Jahr vorherzusagen: Israel verzeichnete unter den entwickelten Märkten die schlechteste Wertentwicklung in 2017 (-3,1%), mit einer Rendite von 1,2% gelang es Israel hingegen in 2018 die zweitbeste Wertentwicklung zu erzielen. In den Schwellenmärkten war Katar 2017 das Land mit der zweitschlechtesten Wertentwicklung (-23,4%), erzielte jedoch 2018 die beste Wertentwicklung aller Länder.

In Anbetracht weltweiter Anlagemöglichkeiten sollten Anleger daran denken, dass weltweite Diversifikation mit wertvollen Vorteilen verbunden ist. Beispielsweise war der US-Aktienmarkt, angesichts der starken Renditen der US-

Märkte bis September, einer der Märkte mit der stärksten Wertentwicklung für das Jahr. Er belegte unter den 47 Ländern im MSCI All Country World Index (IMI) den siebten Platz. Es ist jedoch wichtig anzumerken, dass die US-Aktienmärkte bei Betrachtung der vergangenen 20 Jahre seit 1999 in nur 10 dieser Jahre eine bessere Wertentwicklung als andere Länder verzeichneten – dasselbe war bei zufälliger Betrachtung zu erwarten.

 

Währungen

Währungsschwankungen trugen, für nicht in Euro getätigte Anlagen, zu Renditen in Euro im Jahr 2018 bei.

Die Schwächung des Euros gegenüber der Stärkung anderer Währungen hatte einen positiven Einfluss auf Renditen der Euro-Anleger mit Beteiligungen in nicht wechselkursabgesicherten Nicht-Euro-Anlagen und trug 2,8% aus den Renditen bei. Dieses Ergebnis errechnete sich aus dem Unterschied der Renditen zwischen dem MSCI All Country World IMI Index in einheimische Renditen gegenüber dem Euro. Der Euro wertete gegenüber mehreren Währungen, insbesondere dem US-Dollar und dem japanischen Yen ab, obwohl er gegenüber vielen wichtigen Währungen, einschließlich des britischen Pfundes, aufwertete.

Wie bei den Renditen einzelner Länder gibt es auch hier keinen verlässlichen Ansatz, Währungsschwankungen vorherzusehen. Anleger sollten achtsam sein, Währungen nicht aufgrund der guten oder schlechten Wertentwicklung des Euros oder einer anderen Währung zu timen.

Wertentwicklung der weltweiten Marktindizes

Im Jahr 2018 hat sich der MSCI Emerging Markets Value Index (IMI) im Vergleich zum MSCI Emerging Markets Growth Index überdurchschnittlich entwickelt (-7,1% ggü. -14,3%). In entwickelten Märkten war das jedoch nicht der Fall, der MSCI World Value Index (IMI) hat sich gegenüber des MSCI World Growth Index unterdurchschnittlich entwickelt (-7,0% ggü. -2,8%). Small Cap Aktien haben sich im Vergleich zu Large Cap Aktien generell unterdurchschnittlich entwickelt. Beispielsweise hat sich der MSCI World Index gegenüber seines Small Cap Pendants besser entwickelt (-4,1% ggü. -9,5%). Ähnlich verhielt es sich beim MSCI Emerging Markets Index, der sich im Vergleich zu seinem Small Cap Pendant überdurchschnittlich entwickelt hat (-10,3% ggü. -14,5%).

Die Mischung aus relativer Wertentwicklung von Value Aktien im Vergleich zu Growth Aktien innerhalb und über verschiedene Regionen hinweg dient als Erinnerung an die Bedeutung der Integration mehrerer Prämien bei

der Entwicklung und Verwaltung von Portfolios. Innerhalb der US-Aktienmärkte war in 81% der Zeit mindestens ein anderer Faktor positiv, wenn Prämien für Unternehmensgröße, Value und Profitabilität in einem bestimmten Jahr negativ waren.[1] Positive Prämien können in bestimmten Zeitabschnitten relative Renditen einbringen, wenn andere Prämien negativ ausfallen.

Entwickelte Märkte

In den entwickelten Märkten haben sich Small Cap Aktien im Vergleich zu Large Cap Aktien unterdurchschnittlich entwickelt.

Value Aktien haben sich im Vergleich zu Growth Aktien ebenfalls unterdurchschnittlich entwickelt. Die Rendite des MSCI World Small Cap Index betrug -9,5% und der MSCI World Index verzeichnete -4,1%. Growth Aktien ergaben gemäß dem MSCI World Growth Index (IMI), eine Rendite von -2,8% und übertrafen damit Value Aktien, die gemessen am MSCI World Value Index (IMI) eine Rendite von -7,0% erzielten.

 Schwellenmärkte

In den Schwellenmärkten haben sich Small Cap Aktien, gemessen am MSCI Emerging Markets Small Cap Index, im Vergleich zu Large Cap Aktien, gemäß des MSCI Emerging Markets Index unterdurchschnittlich entwickelt. Jedoch lagen die annualisierten Renditen von Small Cap Aktien in den letzten 10 Jahren bei 12,0% und entwickelten sich damit besser als Large Cap Aktien, die eine Renditen von 10,2% verzeichneten.

Value Aktien, gemessen am MSCI Emerging Markets Value Index (IMI), erzielten -7,1% und haben sich damit im Vergleich zu Growth Aktien, gemessen am MSCI Emerging Markets Growth Index (IMI), die -14,3% erzielten, überdurchschnittlich entwickelt. Hierbei handelte es sich um die sechstgrößte überdurchschnittliche Wertentwicklung von Value Aktien gegenüber Growth Aktien in Schwellenmärkten seit 1999.

Das gegenseitig ergänzende Verhältnis von Unternehmensgröße (Small gegenüber Large) und relativem Preis (Value gegenüber Growth) in den Schwellenmärkten 2018 stellt ein gutes Beispiel für die Vorteile der Diversifikation dar. Zwar haben sich Small Cap Aktien unterdurchschnittlich entwickelt, doch hielten sich diversifizierte Portfolios gut, da sich die Value Prämie positive ausfiel. Diese Integration kann die Zuverlässigkeit einer überdurchschnittlichen Wertentwicklung steigern und den Einfluss der schwachen Wertentwicklung einer einzelnen Anlagengruppe abschwächen.

Auf längere Sicht betrachtet sind diese Prämien über mehrere Jahrzehnte und auf internationaler Ebene, trotz des Gegenwindes der letzten Jahre, stabil geblieben. Es ist ausreichend belegt, dass Aktien mit Potenzial für höhere erwartete Renditen – wie Small Cap Aktien und Value Aktien – diese Renditen nicht in jedem Jahr realisieren. Anleger müssen in diesen Teilen des Marktes unbedingt diszipliniert bleiben, wenn sie die langfristigen Renditen, die mit den Size-, Value- und Profitabilitätsprämien verbunden sind, erzielen wollen.

Anleihen

Über das gesamte Jahr war die Rendite des US-Anleihenmarktes negativ; der Bloomberg Barclays US Aggregate Bond Index (zum EUR abgesichert) verzeichnete eine Rendite von -2,8%. Die Anleihenmärkte außerhalb der Vereinigten Staaten erzielten 2018 höhere Renditen, was zur Rendite des Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond Index (zum EUR abgesichert) von -1,0% beitrug.

Die Zinsstrukturkurven waren in vielen entwickelten Märkten über das Jahr hinweg aufwärtsgerichtet, was auf positive erwartete Laufzeitprämien hindeutete. Die realisierten Laufzeitprämien fielen in den Vereinigten Staaten negativ aus, denn langfristige Laufzeiten haben sich im Vergleich zu kurzfristigen Laufzeiten unterdurchschnittlich entwickelt. Außerhalb der Vereinigten Staaten waren Laufzeitprämien positiv. Beispielsweise erzielte der FTSE Non-USD World Government Bond Index 10+ (zum EUR abgesichert) für das Jahr eine Rendite von 1,5%, im Vergleich zu 0,2% für den 1-10 Index.

Credit-Spreads, also die Differenz der Verzinsung von Anleihen mit niedriger Qualität und festverzinslichen Wertpapieren mit höherer Qualität, weiteten sich während des Jahres, gemessen am Bloomberg Barclays Global Aggregate Corporate Option Adjusted Spread. Realisierte Bonitätsprämien waren sowohl weltweit als auch in den Vereinigten Staaten negativ, da sich Investment-Grade-Unternehmensanleihen geringerer Qualität im Vergleich zu ihren Pendants mit höherer Qualität schlechter entwickelten. Globale Staatsanleihen waren weltweit das Segment mit der besten Wertentwicklung mit einer Rendite von 0.0%. Dahingegen lieferten Unternehmensanleihen eine Rendite von -3,8%, wie am Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond Index (zum EUR abgesichert) gemessen.

In den Vereinigten Staaten flachte die Zinsstrukturkurve ab, denn die Zinsen stiegen im Vergleich zum langen Ende der Kurve, vermehrt am kürzeren Ende der Kurve an. Die Verzinsung der 3-monatigen US-Treasury-Bills fiel um 1,06% und betrug am Jahresende 2,45%. Die Verzinsung der 2-jährigen US-Treasury-Note fiel von 0,59% auf 2,48%.[1] Die Verzinsung der 10-jährigen US-Treasury-Note fiel um 0,29% und betrug am Jahresende 2,69%. Die Verzinsung des 30-jährigen US Treasury Bonds fiel um 0,28% und gab zum Jahresende 3,02% aus.

In anderen Hauptmärkten flachten die Zinsstrukturkurve im Allgemeinen ebenfalls ab. Im Vereinigten Königreich stieg die Verzinsung von 2-jährigen Staatsanleihen über das Jahr von 0,25% auf 0,75%, während die Verzinsung von 10-jährigen Staatsanleihen bei rund 1,25% verblieb.

In Deutschland beendeten die Zinsen für Staatsanleihen mit Fälligkeiten von bis zu acht Jahren das Jahr im negativen Bereich. Die Verzinsung für 2-jährige Staatsanleihen verblieb bei -0,60%, jedoch fiel die Verzinsung für 10-jährige Anleihen um 0,18% auf 0,24%. Die Renditespanne anderer Staatsanleihen aus dem Euroraum erweiterte sich im Verhältnis zu Deutschland im Allgemeinen: Beispielsweise erweiterte sich die Spanne zwischen 10-jährigen italienischen und deutschen Staatsanleihen über das Jahr von weniger als 1,00% auf mehr als 2,20%.

Die Verzinsung japanischer Anleihen gingen im Verlauf der Zinsstrukturkurve zurück, wobei die Verzinsung aus 10-jährigen Staatsanleihen Ende 2018 im negativen Bereich lag.

 Fazit

Das Jahr 2018 bot zahlreiche Beispiele dafür, wie schwierig es ist, die Wertentwicklung der Märkte vorherzusagen, und wie wichtig Diversifikation und Wahrung der Disziplin sind, wenn Anleger effektiv die langfristigen Renditechancen nutzen wollen, die die Finanzmärkte zu bieten haben. Ein guter Ratschlag von John „Mac“ McQuown, ein Dimensional Director[2], gibt Anlegern nützliche Perspektiven für das Jahr 2019 mit auf den Weg:

 „Die moderne Finanzwelt basiert vor allem auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die von der Theorie geleitet werden, nicht von Subjektivität und Spekulation.“